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Zentrum für Gender und Diversität

Handungsmöglichkeiten durch Coaching

Das systemisch-konstruktivistische Coaching zielt auf das Ermöglichen und die Entwicklung von Lösungen ab. Die Kund/inn/en werden eingeladen, ins Handeln zu kommen und den Weg in eine erstrebenswerte Zukunft zu beschreiten. Dabei geht es um ihre Wünsche, Visionen, Hoffnungen, Erwartungen und Ziele. Unsere Wahrnehmung stellt kein objektives Abbild der Realität dar, sondern die Realität ist für ein Individuum immer eine Konstruktion von subjektiven Sinneseindrücken und individuellen früheren Erfahrungen. Daher kann nicht von einer Objektivität im Sinne der Übereinstimmung der Wahrnehmungen der Realität durch unterschiedliche Individuen ausgegangen werden. Wir konstruieren aber nicht nur unsere Welt, sondern auch unsere Probleme. Es liegt in der Entscheidung des einzelnen Individuums diese Konstrukte aufzulösen, also zu de- und in der Folge zu rekonstruieren. Im systemischen Coaching geht es nun um die Frage, ob eine Konstruktion nützlich/hilfreich ist oder nicht. Durch Perspektivenwechsel sollen Handlungsoptionen aufgemacht werden, indem die Wirklichkeit des Kunden bzw. der Kundin „verstört“ wird. Dabei können bereits ganz kleine Veränderungen bzw. Perspektivenwechsel viel bewirken. Die zentrale Frage ist hier, wohin es gehen soll und nicht woher jemand kommt. Denn Problemsprache und Lösungssprache schaffen andere Wirklichkeiten.

Gerade das Ermöglichen von Handlungsalternativen über die Dekonstruktion von Stereotypen steht im (De)konstukivimus, einem der neueren Ansätze der Geschlechterforschung, im Mittelpunkt der Überlegungen. Auch hier werden alle Aussagen über die Wirklichkeit als subjektive Festlegungen verstanden, die in einem sozialen Kontext abgestimmt werden. So entstehen Normvorschriften – Gender-Stereotype -, über die wiederum soziale Macht konstruiert wird. Gender wird so zu einer Analysekategorie, die die Gesellschaft nicht nur prägt, sondern auch deren Bedeutungsgebung formt. Stereotype sind hartnäckig, aber sie lassen sich dekonstruieren. Im (De)konstruktivismus steht so einerseits die Dekonstruktion von Dichotomien allgemein und insbesondere auch des Systems der Zweigeschlechtlichkeit im Vordergrund.

Systemisch-konstruktivistisches Coaching nimmt meines Erachtens diese „Bälle“ auf und eröffnet auf einer individuellen Ebene Handlungsoptionen, ohne sich auf gängige Stereotype zu beziehen. Der Respekt vor der Realität des Kunden und der Kundin lässt Vielfalt zu, offenes, nicht wissendes Fragen fördert deren Selbstbestimmung.

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