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Zentrum für Gender und Diversität

2. April 2018
von saza
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Die Stimmen von Jugendlichen in der digitalen Welt

Im H2020-Projekt „WYRED“ geht es darum, Kindern und Jugendlichen eine Stimme in einer immer stärker digitalen Gesellschaft zu geben. Ziel ist, sie dabei zu unterstützen, ihre Bedürfnisse, Wünsche und Vorstellungen für ihre Zukunft zu erforschen. Ihre Ideen über WYRED (politischen) EntscheidungsträgerInnen zu kommunizieren, stellt außerdem  ein weiteres wichtiges Anliegen von WYRED dar. Kurz vor Ostern konnte bereits der erste Forschungszyklus an der Produktionsschule Eggenburg abgeschlossen werden.

SchülerInnen der Produktionsschule Eggenburg beim Projektabschluss, mit der Koordinatorin Franziska Titzmann (rechts)

Themen für die digitale Zukunft

Eindrucksvoll zeigen beispielsweise „derkoffer1“, „zeref36“ und „178“ (Avatar-Namen) was die Faszination von Gaming für sie ausmacht: Das hat sehr viel damit zu tun, Teil einer Gemeinschaft zu sein. Teil einer Gemeinschaft, in der sie wertgeschätzt werden. Jedenfalls aber auch, dass  ihr Beitrag einen wesentlichen Teil im gemeinsamen Spiel ausmacht. Neben anderen TeilnehmerInnen  setzt sich  „Sedetka“ mit Umweltverschmutzung, der Ungleich-Verteilung von Ressourcen (Geld) auf der Welt und Mobbing auseinander. So schreibt sie eine Geschichte darüber, wie es gelingen kann, Mobbing zu verhindern. Sehr berührend sind darüber hinaus ihre Gedichte. Sie zeigen die Bandbreite menschlicher Emotionen sowohl in schlechten als auch in guten Zeiten auf.

Hohe Kreativität

Hier nur beispielhaft zwei Artefakte, um die Kreativität der SchülerInnen aus Eggenburg darzustellen. Ein Produkt von Sedetka zu ihren Erwartungen an das Leben und eines von „Jesseal“ zur Gefahr von Atomkraftwerken. Diese stellen eine ständige Bedrohung ganz besonders für den nördlichen Grenzbereich Österreichs dar, in dessen Nähe sich auch die Produktionsschule Eggenburg befindet.

Sedetka: Mein Leben ist toll

Jesseal: Gefahren von Atomkraftwerken

Das gesamte WYRED-Team bedankt sich ei den SchülerInnen der Produktionsschule Eggenburg dafür, dass sie sich mit ihren Ideen und Themen in das  Projekt eingebracht haben und  so wesentlich zum Erfolg von WYRED beigetragen.

 

 

9. Dezember 2017
von saza
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Hohe Diversität der Themen: Eggenburg forscht!

Ein hohes Ausmaß an Diversität ist für das Forschungsprojekt WYRED von großer Bedeutung. Die SchülerInnen der Lehrlingsstiftung Eggenburg haben bereits ein paar sehr spannende Arbeiten erstellt.

Diversität der Themen ist hoch

Mittlerweile sind wir im in der Explorations- bzw. Forschungsphase angekommen.   Die TeilnehmerInnen der österreichischen Organisationen haben sich seit dem Frühjahr intensiv mit den Themen auseinander gesetzt, die ihnen wichtig sind. Sie haben an der Delphi-Erhebung teilgenommen, sie haben ihre Themen in „Sozialen Dialogen“ ausformuliert und die wesentlichen Fragen herausgearbeitet, die damit verbunden sind.  Die Jugendlichen der Produktionsschule der Lehrlingsstiftung Eggenburg arbeiten aktuell engagiert an ihren Themen: Sie setzen sich mit  „Umweltproblemen“, „Mobbing“, Berufsaussichten“ und „Leben wie ich will“ auseinander.

Diversität Eggenburg Moves

Hohe Diversität von Forschungsthemen in der Lehrlingsstiftung Eggenburg

Erste Ergebnisse liegen vor

In der Produktionsschule werden die Jugendlichen auf den Übergang zwischen Schule und Beruf vorbereitet. Mit vielfältigen  Trainings- und Coachingangeboten werden die Chancen auf den Einstieg in eine Berufsausbildung bzw. in den Arbeitsmarkt erhöht. Erste Ergebisse der Explorations- bzw. Forschungsprozesse  gibt es bereits. Beispelsweise die Gedichte von Nicole zu ihrem Leben oder ihre berührende  Kurzerzählung zu einem Mobbingfall, den sie selbst erlebt hat. YouTuber, die sich mit Gaming auseinandersetzen, stehen hoch im Kurs bei den (männlichen) Jugendlichen der Stiftung.  Auch wenn es sich bei den Spielen um  um Ego-Shooter  handelt, geht es  in den Rap Texten sehr viel um die Akzeptanz . Dafür, so zu sein wie man ist und sich in einer Community zu bewegen, die durch gegenseitigen Respekt geprägt ist.

Wie geht es weiter?

Wir sind gespannt, welche weiteren Themen sich ergeben werden, die für die Jugendlichen im Hinblick auf ihre Zukunft von Bedeutung sind. Es ist geplant, die in den Explorationsphasen entwickelten Themen EntscheidungsträgerInnen zur Verfügung zu stellen: Auf diese Weise sollen die Stimmen der Jugendlichen Gehör finden . So soll es gelingen, dass Jugendliche  ihre eigene Zukunft in einer immer stärker digitalen Gesellschaft zumindest ein wenig mitgestalten können.

15. Oktober 2017
von saza
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MINT-Weiterbildung für LehrerInnen

Unter dem Stichwort „Internet der Dinge“ verstehen wir die zunehmende Digitalisierung unserer Gesellschaft . Das Schlagwort „Industrie 4.0“- die vierte industrielle Revolution – steht für die Veränderungen von Produktionsprozessen, Wertschöpfungsketten und Geschäftsmodellen. Im Zusammenhang mit diesen zukünftig noch mehr alle Lebensbereiche bestimmenden technologischen Entwicklungen als jetzt, wird immer wieder der Begriff MINT genannt. Denn diese Kompetenzen sind sehr bedeutend dafür, an den technologischen Innovationen und den damit verbundenen Wachstumsimpulsen und Produktivitätsgewinnen teilhaben zu können.

MINT Gütesiegel

Somit werden auch wertvolle Initiativen in diesem Bereich gesetzt. Ein Beispiel dafür stellt das MINT-Gütesiegel  dar. Schon zum zweiten Mal wurde dieses ausgeschrieben. Das Siegel wird an Schulen verliehen,  die mit verschiedenen Maßnahmen innovatives  Lernen in Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik fördern. Das heißt, Schulen sind aufgefordert, diese Fächer mit vielfältigen Zugängen für Mädchen und Buben umzusetzen. Das Siegel wurde bereits an  113 besonders engagierte Schulen in Österreich verliehen. 

MINT-Schulen in Österreich

MINT-Schulen in Österreich (www.mintschule.at)

MOVES beteiligt sich mit einem Workshop-Angebot an der Weiterbildung von Lehrenden im Hinblick auf dasThema. Dabei geht es darum, die Hintergründe auzuzeigen, die zu dem großen Ungleichgewicht von Männern und Frauen in den Kernbereichen dieser Fächer führen. Konkret sind das die  Informatik und´die Ingenieurberufe. Dieser Prozess beginnt bereit früh und setzt sich besonders ab der Sekundarstufe 2 kontinuierlich fort. Schließlich zeigt das European Institute for Gender Equality (EIGE) im Jahr 2016 ein Verhältnis 18,1 % weiblichen und 81,9 % männlichen IT-Expertinnen auf. 

Einflussfaktoren auf die Berufswahl

Daher ist es erforderlich, sich mit den Faktoren auseinanderzusetzen, die  für dieses Missverhältnis der Geschlechter verantwortlich sind. Denn das sind auch sind Themen, die in der Folge auch die Berufswahl von jungen Frauen entscheidend beeinflussen.  Diese sich ergänzenden Bereiche zeigen die Schwierigkeiten für einzelne Projektinitiativen auf, die es sich zum Ziel gesetzt haben, Mädchen und junge Frauen für MINT-Berufe zu interessieren.  Gleichzeitig erklärt sich durch das komplexe Zusammenspiel der Faktoren, warum sich ungleiche Geschlechterverhältnis bis heute so beharrlich hält. 

MINT Gender Diversität MOVES

Genderspezifische Einflussfaktoren für die MINT-Berufswahl

 

11. Oktober 2017
von saza
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Forschung generativ, quantitativ, qualitativ, explorativ….

Fast schon ein gesamtes Jahr läuft mittlerweile das H2020 Projekt WYRED (Networked Youth Research for the Empowerment in the Digital Society) . Viele der TeilnehmerInnen der Hertha-Firnberg-Schulen für Wirtschaft und Tourismus nutzen die WYRED-Forschungsphase, die auf einer Delphi-Erhebung und Sozialen Dialogen aufbaut,  für ihre Diplomarbeiten, welche sie  im Team erstellen. Das ist ein wesentlicher Teil ihrer Reife- und Diplomprüfung, welche dem ISCED-Level 5 „short-cycle tertiary education“ entspricht.  Von ihren betreuenden LehrerInnen werden sie angehalten, vorwiegend mit qualitativen Methoden  – Interviews oder Fokus-/ Gruppendiskussionen – zu arbeiten. Mit ihren Forschungsfragen setzen sich die Jugendlichen ja bereits seit dem Frühjahr auseinander, sie bearbeiten Fragen zu Umweltthemen, zu Mobbing, zur Lebensmittelverschwendung, zum Tierschutz, zur Toleranz für andere Kulturen, zu Stress und Entwicklungen im Bildungsbereich. Daher war es möglich, hier anzusetzen und relevante Aspekte des weiteren Forschungsprozessen gemeinsam zu besprechen. Die Präsentation beinhaltete Aspekte wie z.B. Wie komme ich zur Literatur?, welche Methoden kann ich einsetzen?, was ist generative Forschung?, was macht den Unterschied zwischen quantitativer und qualitativer Forschung aus? oder  wie läuft eine Inhaltsanalyse von Interviews ab? Nachdem es sich hier um Qualifikationsarbeiten handelt, ist zu erwarten, dass diese Forschungsarbeiten noch länger dauern werden und auch im zweiten WYRED-Forschungszyklus weiter bearbeitet werden.