Moves

Zentrum für Gender und Diversität

9. November 2017
von saza
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Eggenburg forscht

Mittlerweile sind wir  im WYRED-Forschungszyklus in der Explorations- bzw. Forschungsphase angekommen.  Die TeilnehmerInnen der österreichischen Organisationen, die an WYRED teilnehmen, haben sich seit dem Frühjahr intensiv mit den Themen auseinander gesetzt, die ihnen wichtig sind: Sie haben an der Delphi-Erhebung teilgenommen, sie haben ihre Themen in „Sozialen Dialogen“ ausformuliert und die wesentlichen Fragen herausgearbeitet, die für sie damit verbunden sind.  Die Jugendlichen der Produktionsschule der Lehrlingsstiftung Eggenburg arbeiten aktuell engagiert an den Themen „Umweltprobleme“, „Mobbing“, Berufsaussichten“ und „Leben wie ich will“.

 Abb.1: Forschungsthemen der Juggendlichen der Produktionsschule Eggenburg; einge Quelle 2017

In der Produktionsschule werden die Jugendlichen auf den Übergang zwischen Schule und Beruf vorbereitet und mit entsprechenden Trainings- und Coachingangeboten werden die Chancen auf den Einstieg in eine Berufsausbildung bzw. in den Arbeitsmarkt erhöht. Erste Artefakte gibt es bereits, wie die Gedichte von Nicole zu ihrem Leben oder ihre berührende  Kurzerzählung zu einem Mobbingfall, den sie erlebt hat.

15. Oktober 2017
von saza
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Moves macht MINT

Das MINT-Gütesiegel ist eine Initiative des Bildungsministeriums, der Industriellenvereinigung, der PH Wien  ud der Wissensfabrik. Es wird an Schulen verliehen,  die mit verschiedenen Maßnahmen innovatives und begeisterndes Lernen in Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik fördern und mit vielfältigen Zugängen für Mädchen und Buben umsetzen. Das Siegel wurde bereits an  113 besonders engagierte Schulen in Österreich verliehen. 

MINT-Schulen in Österreich

MINT-Schulen in Österreich (www.mintschule.at)

Die nächste Ausschreibung läuft noch bis zum 31. Jänner 2018. MOVES beteiligt sich an der Weiterbildung von Lehrenden zum MINT-Thema einerseits mit einem Gender-Sensibilisierungs-Workshop und mit allgemeinem Informationen dazu, wie es zum Gender-Gap in dem Feld kommt. Die folgende Grafik  gibt einen Überblick über des Stand der Forschung zu den Faktoren, die  für den kontinuierlichen Verlust von Mädchen und jungen Frauen in MINT verantwortlich sind. 

MINT-Einflussfaktoren

MINT-Einflussfaktoren (Gindl & Zauchner-Studnicka, 2017)

11. Oktober 2017
von saza
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Forschung generativ, quantitativ, qualitativ, explorativ….

Fast schon ein gesamtes Jahr läuft mittlerweile das H2020 Projekt WYRED (Networked Youth Research for the Empowerment in the Digital Society) . Viele der TeilnehmerInnen der Hertha-Firnberg-Schulen für Wirtschaft und Tourismus nutzen die WYRED-Forschungsphase, die auf einer Delphi-Erhebung und Sozialen Dialogen aufbaut,  für ihre Diplomarbeiten, welche sie  im Team erstellen. Das ist ein wesentlicher Teil ihrer Reife- und Diplomprüfung, welche dem ISCED-Level 5 „short-cycle tertiary education“ entspricht.  Von ihren betreuenden LehrerInnen werden sie angehalten, vorwiegend mit qualitativen Methoden  – Interviews oder Fokus-/ Gruppendiskussionen – zu arbeiten. Mit ihren Forschungsfragen setzen sich die Jugendlichen ja bereits seit dem Frühjahr auseinander, sie bearbeiten Fragen zu Umweltthemen, zu Mobbing, zur Lebensmittelverschwendung, zum Tierschutz, zur Toleranz für andere Kulturen, zu Stress und Entwicklungen im Bildungsbereich. Daher war es möglich, hier anzusetzen und relevante Aspekte des weiteren Forschungsprozessen gemeinsam zu besprechen. Die Präsentation beinhaltete Aspekte wie z.B. Wie komme ich zur Literatur?, welche Methoden kann ich einsetzen?, was ist generative Forschung?, was macht den Unterschied zwischen quantitativer und qualitativer Forschung aus? oder  wie läuft eine Inhaltsanalyse von Interviews ab? Nachdem es sich hier um Qualifikationsarbeiten handelt, ist zu erwarten, dass diese Forschungsarbeiten noch länger dauern werden und auch im zweiten WYRED-Forschungszyklus weiter bearbeitet werden.

 

11. September 2017
von saza
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re-ment Projekt erfolgreich abgeschlossen

Am 8. September fand an der Pädagogischen Hochschule die Abschlusstagung für das re-ment-Projekt statt. Vor ca. 70 TeilnehmerInnen

TeilnehmerInnen mit der Moderatorin Mag. Michaela Gindl

TeilnehmerInnen mit der Moderatorin Michaela Gindl

unternahm Prof. Bernhard Ertl von der Universität der Bundeswehr in München zu Beginn einen Blick auf Studienergebnisse zum Selbstverständnis von Mädchen in Bezug auf naturwissenschaftliche Fächer. Trotz zunehmender Sensibilisierung in Schule und Gesellschaft haben viele Schülerinnen in diesem Bereich noch immer ein geringer ausgeprägtes Selbstkonzept als ihre männlichen Kollegen, so Ertl.

Bernhard Ertl

Bernhard Ertl

Die Ursachen dafür liegen laut Ertl vor allem in den kulturell verorteten Stereotypen. Viele Eltern fördern in ihrer Erziehung nach wie vor gender-stereotypes Verhalten. Burschen erfahren etwa durch sehr techniklastiges Spielzeug sehr viele Möglichkeiten zum Sammeln von Vorwissen für die so genannten MINT-Fächer, also Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik in der Schule. Hinzu komme eine gewisse Attribution aus der Umwelt: Burschen wird Begabung im technisch-naturwissenschaftlichen Bereich eher zugeschrieben als Mädchen.  Dies führe schließlich zu einer erhöhten Misserfolgsängstlichkeit bei Mädchen, so Ertl. Soll heißen: Mädchen führen schlechte Leistungen bzw. Misserfolge im naturwissenschaftlichen Bereich viel eher auf ihre fehlende Begabung zurück als Burschen. Besonders wichtig sei es daher für Lehrpersonen, in ihren Rückmeldungen dieses Phänomen zu berücksichtigen und zu einem positiveren Selbstbild zu verhelfen.

 

Reverse-Mentoring hilft bei der Verbesserung des Selbstkonzepts 

Sabine Zauchner-Studnicka

Sabine Zauchner-Studnicka

Genau hier hakt das Projekt „re-ment“ ein, erklärt Sabine Zauchner-Studnicka vom MOVES Zentrum für Gender und Diversität. Im Reverse-Mentoring wird die Mentoring-Beziehung umgedreht: Eine im Berufsalltag weniger erfahrene Person fungiert als Mentor/in für eine erfahrenere Person, die wiederum die Rolle des Mentees einnimmt. Konkret übernahmen im Projekt „re-ment“ Schülerinnen die Aufgabe, ihre Lehrerinnen im IT-Bereich zu coachen. Sie wurden somit zu Mentorinnen, ihre Lehrerinnen zu Mentees. Die Evaluierungsergebnisse zum Projekt sind eindeutig, wie Zauchner-Studnicka präsentiert: „Die Mentorinnen sind ihrer Rolle aufgegangen“. Einerseits habe sich durch das Projekt ihre tatsächliche technische Kompetenz, vor allem aber ihr Selbstkonzept verbessert. Außerdem trug das Projekt durchaus dazu bei, sich eigener Geschlechterstereotypen bewusst zu werden und ein Stück weit zu dekonstruieren.

Mentorinnen und Mentees berichten positive Erfahrungen

 Mentorin Alexandra Sperr mit ihrer Mentee Astrid Krenn vom BG/BRG Purkersdorf

Mentorin Alexandra Sperr mit ihrer Mentee Astrid Krenn vom BG/BRG Purkersdorf

Das Mentoring-Duo Astrid Krenn und Alexandra Sperr vom BG/BRG Purkersdorf berichtet aus ihrer Projekterfahrung ausschließlich Positives. „Als Schülerin hat man ja durchaus hohe Erwartungen an die Lehrperson. Und plötzlich sitzt man da und ist selbst in dieser Rolle“, erzählt Schülerin Alexandra Sperr von ihrer anfänglichen Nervosität in ihrer neuen Rolle als Mentorin. Diese habe sich aber – einhergehend mit einem gesteigerten Bewusstsein über die eigenen Fähigkeiten – bald gelegt, so die 17-Jährige.  Mentee Astrid Krenn betont vor allem die hohe Flexibilität ihrer Mentorin: „Ich konnte mit aktuellen Fragen und Problemen kommen, und Alexandra hat spontan und souverän darauf reagiert.“ Trotz grundlegender Kenntnisse konnte sie sehr vieles dazulernen, erzählt die sichtlich begeisterte Lateinlehrerin: „Das größte Aha-Erlebnis war der Screenshot. Den kann ich jetzt auch.“ Harald Führer, Projektorganisator an den Hertha-Firnberg-Schulen betont, dass die Schülerinnen vor allem Kompetenzen vermitteln konnten, die sie sich selbst – also außerhalb der Schule – angeeignet haben.

 

Wie geht es weiter? Reverse-Mentoring in der Neuen Oberstufe

 Evelyn Süss-Stepancik und Kathrin Permoser

Evelyn Süss-Stepancik und Kathrin Permoser

Evelyn Süss-Stepancik und Kathrin Permoser stellen schließlich ihre Ansätze vor, wie das Reverse-Mentoring-Modell in der Neuen Oberstufe implementiert werden kann. Ganz besonders eignen sich hier Module aus dem Bereich der Persönlichkeitsentwicklung in Verbindung mit IT. Da kann das gesamte Reverse-Mentoring Programm im Schulalltag umgesetzt werden und einen wesentlichen Beitrag zur Berufsorientierung leisten.

 

 

Hier finden Sie die Präsentationen der Vortragenden:

Bernhard Ertl,

Sabine Zauchner-Studnicka 

Evelyn Süss-Stepancik und Kathrin Permoser

Die  Abschlussbroschüre über Möglichkeiten der Implementierung von Reverse-Mentoring an Schulen finden Sie hier: 

Reverse Mentoring an Schulen

 

22. Juni 2017
von saza
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Auf die Bühne! Einladung zur Abschlusstagung am 8. September

Wenn Schülerinnen ihre Lehrkräfte und andere Erwachsene im Umgang mit PC und Internet unterstützen, brechen sie nicht nur ihre Schülerinnen-Rolle und die klassisch zugeschriebenen Geschlechterrollen auf, sondern drehen auch das klassische Bild um, wonach nur Jüngere von Älteren lernen können. Die Evaluation unseres Projekts zeigt, dass nicht nur die Mentees von re-ment profitiert haben , indem sie von ihren Mentorinnen bei einer Vielzahl unterschiedlicher Computer- und Internetaktivitäten unterstützt wurden, wie beispielsweise dem Einrichten von Computern, dem Durchführen von Updates des Betriebssystems, die Nutzung von sozialen Medien bis hin zur Gestaltung von Padlets für den Unterricht, dem Erstellen von Notentabellen oder dem Erstellen von Blogs. Auch die Mentorinnen erleben sich nach dem Programm als technik-kompetenter, und sie gehen spielerischer mit Technologie um. Außerdem geben sie an, dass sich ihre Kontaktfähigkeit verbessert hat und sich ihre Kooperationsfähigkeit gesteigert hat. Re-ment hat also auch positive Effekte auf einer persönlichen Ebene gehabt.Auf die Bühne (2)

Die oben geschilderten Ergebnisse sowie die Erfahrungen der Beteiligten sind am 8. September das Thema einer Tagung an der Pädagogischen Hochschule Niederösterreich. Begleitet von den beiden Experten/innen, MMag. Dr. Anita Thaler und Univ. Prof. Dr. Bernhard Ertl, die sich mit den wesentlichen Bedingungen der geschlechtsspezifischen Segregation im Bereich der IKT auseinandersetzen, liegt der Fokus der Tagung auf den Herausforderungen, Möglichkeiten und Effekten einer erfolgreichen Implementierung von Reverse-Mentoring an österreichischen Schulen. Das vielfältige Programm wird bereichert durch Praxisberichte von Mentorinnen und Mentees und die Vorstellung der im Rahmen des Projekts entwickelten Reverse-Mentoring-Broschüre für Schulen. Im abschließenden World Café können individuell Themen im persönlichen Gespräch mit den Referentinnen vertieft werden.

Wir freuen uns auf Ihre Teilnahme!

Hier finden Sie das Konferenzprogramm Auf die Bühne!