Moves

Zentrum für Gender und Diversität

Österreich im Gender Gap Report 2014 abgestürzt

| Keine Kommentare

Österreich ist im „Gender Gap Report“ des Weltwirtschaftsforums (WEF) von Platz 19 im Jahr 2013 heuer auf Rang 36 abgestürzt.

Seit 2006 untersucht das Weltwirtschaftsforum (WEF) in einer umfangreichen Studie den Fortschritt in der Gleichstellung von Männern und Frauen. Das Ergebnis: Weltweit schließt sich die Schere zwischen Männern und Frauen zwar langsam, aber doch. In Österreich, so scheint es auf den ersten Blick, geht sie weiter auf. Lag Österreich im Vorjahr immerhin noch vor den USA auf Platz 19, liegt es heuer hinter Ländern wie Weißrussland, Burundi, Bulgarien oder Malawi auf Platz 36. Der sogenannte „Gender Gap Index“ für Österreich ist erstmals seit neun Jahren gefallen – von 0,744 auf 0,727 Punkte (Anmerkung: Gleichheit herrscht bei einem Wert von 1,0).

Kein Land hat es bisher geschafft, die Ungleichheit zwischen Mann und Frau vollkommen zu überwinden. Mit Island, Finnland, Norwegen, Schweden und Dänemark liegen jedoch alle fünf nordischen Staaten an der Spitze. Die Schlusslichter im direkten Vergleich von 142 Ländern bilden Mali, Syrien, der Tschad, Pakistan und der Jemen.

Die WEF-ForscherInnen verglichen 142 Ländern in vier Kategorien. Weltweit am geringsten ist der Unterschied zwischen Männern und Frauen heute im Bereich Gesundheit und Lebenserwartung. Vielen Industrieländern – darunter auch Österreich – ist es gelungen, die Lücke komplett zu schließen. Und auch in der Kategorie Bildung stehen die Frauen in vielen Ländern den Männern um nichts mehr nach. In Österreich schaffen es sogar deutlich mehr junge Frauen auf die Universität als Männer, die Frauenquote ist hier also sogar „übererfüllt“.

Im Bereich Wirtschaft, wo etwa Beschäftigungsquote und Einkommen verglichen werden, schließt sich die Schere im weltweiten Vergleich nur langsam: Setzt sich die Entwicklung so fort, wird es noch 81 Jahre dauern, bis Männer und Frauen gleichauf sind.

Österreich bewegt sich im Bereich Arbeitswelt seit 2006 im Mittelfeld von 142 Staaten. An europäische Länder wie Deutschland, der Schweiz oder an die skandinavischen Staaten kommt es nicht heran. Dennoch: 2006 lag der „Gender Gap Index“ im Bereich Wirtschaft noch bei 0,55, im Vorjahr bei 0,66 und heuer bei 0,67. Damit liegt Österreich weltweit auf Rang 68 und noch vor Ländern wie Italien (114) oder Spanien (84).

In der Kategorie Politik, in der mit vergleichsweise wenig Aufwand viel geändert werden könnte, hat Österreich heuer schlechter abgeschnitten. Politik bleibt stark männlich dominiert – weltweit und in Österreich. Der Indexwert ist in Österreich von 0,33 (Platz 19) auf 0,26 (Platz 36) abgesackt. Und dieser Unterschied lässt Österreich im Gesamt-Ranking wesentlich schlechter abschneiden als im Vorjahr.

 

 

 

Schreibe einen Kommentar

Pflichtfelder sind mit * markiert.