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Zentrum für Gender und Diversität

re-ment Projekt erfolgreich abgeschlossen

Am 8. September fand an der Pädagogischen Hochschule die Abschlusstagung für das re-ment-Projekt statt. Vor ca. 70 TeilnehmerInnen

TeilnehmerInnen mit der Moderatorin Mag. Michaela Gindl

TeilnehmerInnen mit der Moderatorin Michaela Gindl

unternahm Prof. Bernhard Ertl von der Universität der Bundeswehr in München zu Beginn einen Blick auf Studienergebnisse zum Selbstverständnis von Mädchen in Bezug auf naturwissenschaftliche Fächer. Trotz zunehmender Sensibilisierung in Schule und Gesellschaft haben viele Schülerinnen in diesem Bereich noch immer ein geringer ausgeprägtes Selbstkonzept als ihre männlichen Kollegen, so Ertl.

Bernhard Ertl

Bernhard Ertl

Die Ursachen dafür liegen laut Ertl vor allem in den kulturell verorteten Stereotypen. Viele Eltern fördern in ihrer Erziehung nach wie vor gender-stereotypes Verhalten. Burschen erfahren etwa durch sehr techniklastiges Spielzeug sehr viele Möglichkeiten zum Sammeln von Vorwissen für die so genannten MINT-Fächer, also Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik in der Schule. Hinzu komme eine gewisse Attribution aus der Umwelt: Burschen wird Begabung im technisch-naturwissenschaftlichen Bereich eher zugeschrieben als Mädchen.  Dies führe schließlich zu einer erhöhten Misserfolgsängstlichkeit bei Mädchen, so Ertl. Soll heißen: Mädchen führen schlechte Leistungen bzw. Misserfolge im naturwissenschaftlichen Bereich viel eher auf ihre fehlende Begabung zurück als Burschen. Besonders wichtig sei es daher für Lehrpersonen, in ihren Rückmeldungen dieses Phänomen zu berücksichtigen und zu einem positiveren Selbstbild zu verhelfen.

 

Reverse-Mentoring hilft bei der Verbesserung des Selbstkonzepts 

Sabine Zauchner-Studnicka

Sabine Zauchner-Studnicka

Genau hier hakt das Projekt „re-ment“ ein, erklärt Sabine Zauchner-Studnicka vom MOVES Zentrum für Gender und Diversität. Im Reverse-Mentoring wird die Mentoring-Beziehung umgedreht: Eine im Berufsalltag weniger erfahrene Person fungiert als Mentor/in für eine erfahrenere Person, die wiederum die Rolle des Mentees einnimmt. Konkret übernahmen im Projekt „re-ment“ Schülerinnen die Aufgabe, ihre Lehrerinnen im IT-Bereich zu coachen. Sie wurden somit zu Mentorinnen, ihre Lehrerinnen zu Mentees. Die Evaluierungsergebnisse zum Projekt sind eindeutig, wie Zauchner-Studnicka präsentiert: „Die Mentorinnen sind ihrer Rolle aufgegangen“. Einerseits habe sich durch das Projekt ihre tatsächliche technische Kompetenz, vor allem aber ihr Selbstkonzept verbessert. Außerdem trug das Projekt durchaus dazu bei, sich eigener Geschlechterstereotypen bewusst zu werden und ein Stück weit zu dekonstruieren.

Mentorinnen und Mentees berichten positive Erfahrungen

 Mentorin Alexandra Sperr mit ihrer Mentee Astrid Krenn vom BG/BRG Purkersdorf

Mentorin Alexandra Sperr mit ihrer Mentee Astrid Krenn vom BG/BRG Purkersdorf

Das Mentoring-Duo Astrid Krenn und Alexandra Sperr vom BG/BRG Purkersdorf berichtet aus ihrer Projekterfahrung ausschließlich Positives. „Als Schülerin hat man ja durchaus hohe Erwartungen an die Lehrperson. Und plötzlich sitzt man da und ist selbst in dieser Rolle“, erzählt Schülerin Alexandra Sperr von ihrer anfänglichen Nervosität in ihrer neuen Rolle als Mentorin. Diese habe sich aber – einhergehend mit einem gesteigerten Bewusstsein über die eigenen Fähigkeiten – bald gelegt, so die 17-Jährige.  Mentee Astrid Krenn betont vor allem die hohe Flexibilität ihrer Mentorin: „Ich konnte mit aktuellen Fragen und Problemen kommen, und Alexandra hat spontan und souverän darauf reagiert.“ Trotz grundlegender Kenntnisse konnte sie sehr vieles dazulernen, erzählt die sichtlich begeisterte Lateinlehrerin: „Das größte Aha-Erlebnis war der Screenshot. Den kann ich jetzt auch.“ Harald Führer, Projektorganisator an den Hertha-Firnberg-Schulen betont, dass die Schülerinnen vor allem Kompetenzen vermitteln konnten, die sie sich selbst – also außerhalb der Schule – angeeignet haben.

 

Wie geht es weiter? Reverse-Mentoring in der Neuen Oberstufe

 Evelyn Süss-Stepancik und Kathrin Permoser

Evelyn Süss-Stepancik und Kathrin Permoser

Evelyn Süss-Stepancik und Kathrin Permoser stellen schließlich ihre Ansätze vor, wie das Reverse-Mentoring-Modell in der Neuen Oberstufe implementiert werden kann. Ganz besonders eignen sich hier Module aus dem Bereich der Persönlichkeitsentwicklung in Verbindung mit IT. Da kann das gesamte Reverse-Mentoring Programm im Schulalltag umgesetzt werden und einen wesentlichen Beitrag zur Berufsorientierung leisten.

 

 

Hier finden Sie die Präsentationen der Vortragenden:

Bernhard Ertl,

Sabine Zauchner-Studnicka 

Evelyn Süss-Stepancik und Kathrin Permoser

Die  Abschlussbroschüre über Möglichkeiten der Implementierung von Reverse-Mentoring an Schulen finden Sie hier: 

Reverse Mentoring an Schulen

 

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