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Zentrum für Gender und Diversität

Reverse-Mentoring startet an den Partnerschulen

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Die ersten Erfahrungen mit Reverse-Mentoring im Bildungsbereich sammeln wir aktuell an vier AHS und BHS in Wien und Niederösterreich. Mit Schulbeginn starteten die Projekte, in denen Schülerinnen als Mentorinnen fungieren und ihren erwachsenen Mentees in den IKT (Informations- und Kommunikationstechnologien) anleitend und beratend zur Seite stehen. Neben dem Kompetenzerwerb der Mentorinnen und Mentees ist das Ziel eine Veränderung der Wahrnehmung von Technik als alleinige Männerdomäne.

Hier die aktuelle Pressemeldung:

Reverse-Mentoring an vier Schulen erfolgreich gestartet

Erstmalig wird an österreichischen Schulen ein Reverse-Mentoring-Programm durchgeführt, bei dem Schülerinnen im Alter von 16 bis 17 Jahren die Rolle von Mentorinnen für Erwachsene im Themenfeld der IKT übernehmen. Die Reverse-Mentoring-Programme am BG und BRG Mödling, dem BG und BRG Purkersdorf, den Hertha-Firnbergschulen und dem BG und BRG Gröhrmühlgasse in Wiener Neustadt dauern jeweils ein Semester laufen bereits seit Schulbeginn. Die Bandbreite der Themen, die von den Schülerinnen vermittelt werden, ist sehr vielfältig und reicht von grundlegenden Computerkenntnissen über die Nutzung von Office-Anwendungen, den Einsatz von Skype für die Kommunikation, Einführung in soziale Medien bis hin zur Entwicklung einer IT-gestützten Trainingsanalyse oder der Entwicklung eines Tourismus-Blogs. Die Rückmeldung einer Mentee beim Projektstart: „Heute war mein erstes Treffen [mit meiner Mentorin], welches sehr interessant war. Mir wurden wichtige Textverarbeitungsfunktionen erklärt. Die Erläuterungen waren sehr klar und es hat Spaß gemacht.“

Chancengleichheit durch Reverse-Mentoring

Reverse-Mentoring stellt klassisches Mentoring „auf den Kopf“, das übliche Konzept des Mentoring wird umgekehrt: An sich weniger erfahrene Personen (Schülerinnen), die über eine hohe Kompetenz in einer bestimmten Thematik (Informations- und Kommunikationstechnologien, IKT) verfügen, übernehmen die Rolle von Mentorinnen für ihre Mentees (LehrerInnen oder sonstige Erwachsene). Damit können neue Möglichkeiten entstehen, die Chancengleichheit von Mädchen und Frauen in den IKT zu fördern, denn gerade in diesem Themenfeld liegen die Geschlechter immer noch sehr weit auseinander. „Wir stellen mit dem Reverse-Mentoring-Ansatz nicht die – vermeintlichen! – Defizite von Mädchen und jungen Frauen in das Zentrum, sondern ihre zweifellos vorhandenen Kompetenzen und Ressourcen“, so die Projektleiterin Dr. in Sabine Zauchner-Studnicka.

Ein neues Bild der Technik

Dadurch trägt das Projekt nicht nur auf individuellen Ebenen zur Erhöhung von IKT-Kompetenzen bei, sondern bietet auch allgemein Ansatzpunkte zur Dekonstruktion von Gender-Stereotypen in der IT. „Es ist beeindruckend zu sehen, mit welcher Souveränität die Schülerinnen ihre Rolle als Mentorinnen übernehmen, über welch hohe Kompetenz sie in unterschiedlichen IKT-Feldern verfügen und wie gut sie es schaffen, dieses Wissen an ihre Mentes weiterzugeben“, berichtet Mag.a Michaela Gindl, die für die Programmdurchführung an den Schulen verantwortlich ist, von ihren ersten Erfahrungen. Sie führt weiter aus: „Wichtig ist, diese Erfahrungen breit nach außen zu kommunizieren und so zu einer nachhaltigen Veränderung des Bildes der Technik als alleinige Männerdomäne beizutragen“.

Das FEMtech Projekt „re-ment“

Die laufenden Reverse-Mentoring-Programme wurden im Rahmen des Projektes „re-ment“ entwickelt und werden mit der Unterstützung von Lehrenden an den vier oben genannten Partnerschulen implementiert.  Die finale Evaluierung wird nach der Beendigung des Reverse-Mentoring-Programms im Frühjahr 2017 erfolgen, die Projektergebnisse werden im Rahmen einer Abschlusskonferenz im September vorgestellt werden.

Re-ment wird von MOVES-Zentrum für Gender und Diversität (www.moves.cc) koordiniert, gemeinsam mit der Pädagogischen Hochschule Niederösterreich (www.ph-noe.ac.at)  durchgeführt und vom Bundesministerium für Verkehr, Innovation und Technologie im Rahmen 4. Ausschreibung Talente – FEMtech finanziell gefördert.

 

 

 

 

 

 

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