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Zentrum für Gender und Diversität

Weiterdenken!

Was ist zu sagen, wenn die Welt draußen im Chaos versinkt und in Wahrheit nichts andres zu tun ist, als diesen armen Menschen zu helfen, die sich auf den Weg zu uns gemacht haben? Meine eigene Betroffenheit ist sehr groß und wohl durch die Vorstellung gezeichnet, wie es wäre unser Haus verlassen zu müssen, weil immer die Gefahr besteht, bombardiert zu werden, erschossen zu werden und das Leben zu verlieren. Und mich dann zu Fuß über tausende Kilometer aufmachen zu müssen in die völlige Ungewissheit, nicht zu wissen, ob ich  das schaffen werde, ob ich genug Kraft habe, und ob ich diesen Weg überstehen kann. Für die Vorstellung, mein Kind beschützen zu wollen und das nicht zu können, von ihm getrennt zu werden, nicht zu wissen, wie es ihm geht, gibt es kein anderes Wort als schrecklich. Was diese Menschen mitmachen müssen, ist von außen nicht nachvollziehbar, es ist nur klar, dass es unmenschlich und fürchterlich sein muss.

Deshalb freue ich mich über die Hilfsbereitschaft und die freundliche Aufnahme der Flüchtlinge durch die freiwilligen HelferInnen in dieser Krisensituation.  Das macht mich sogar ein ganz  kleines bisschen stolz auf dieses Österreich. Was wir aber von der Politik sofort brauchen, sind gangbare Konzepte und  Prozesse für die Integration dieser Menschen,  um nicht wieder verdattert und regungslos vor den Ereignissen zu stehen, wie zu Beginn der Flüchtlingskrise.  Ich appelliere an die Zuständigen dabei nicht alleine die Herausforderungen zu sehen, die es zweifellos geben wird, sondern vor allem auch das riesige Potential der Diversität  und die Vielfalt der Kompetenzen  zu realisieren, die diese Menschen für unsere Gesellschaft mitbringen.

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